Die Maklerprovision ist ein stattlicher Betrag. Kein Wunder, dass viele Eigentümerinnen und Eigentümer überlegen, ihr Haus oder ihre Wohnung selbst zu verkaufen. Das kann funktionieren, ist aber mit mehr Aufwand und Risiken verbunden, als viele denken. In diesem Artikel vergleichen wir beide Wege ehrlich, damit Sie entscheiden können, was zu Ihrer Situation passt.
Was beim Verkauf alles zu tun ist
Ob mit oder ohne Makler: Die Aufgaben sind dieselben. Die Frage ist nur, wer sie übernimmt.
- Den Wert der Immobilie realistisch einschätzen und den Angebotspreis festlegen
- Alle Unterlagen beschaffen, vom Grundbuchauszug über Pläne bis zum Gebäudeversicherungsausweis
- Fotos und eine überzeugende Verkaufsdokumentation erstellen
- Inserate schalten und Anfragen beantworten
- Besichtigungen organisieren und durchführen
- Interessenten prüfen, insbesondere ihre Finanzierung
- Preis und Bedingungen verhandeln
- Notartermin, Kaufvertrag und Übergabe koordinieren
Die Vorteile eines Privatverkaufs
- Sie sparen die Provision. Bei einem Einfamilienhaus kann das schnell ein fünfstelliger Betrag sein.
- Sie behalten die volle Kontrolle über Preis, Termine und die Auswahl der Käufer.
- Sie kennen Ihre Immobilie am besten und können Fragen aus erster Hand beantworten.
Die Risiken eines Privatverkaufs
Der falsche Preis
Der häufigste und teuerste Fehler. Ist der Preis zu hoch, bleiben die Anfragen aus, die Immobilie steht lange im Inserat, und am Ende muss der Preis gesenkt werden. Ein Objekt, das schon lange online ist, weckt bei Käufern Zweifel und lädt zum Feilschen ein. Ist der Preis zu tief, verschenken Sie Geld, oft mehr, als eine Provision gekostet hätte.
Der Zeitaufwand
Anfragen beantworten, Besichtigungen durchführen, Unterlagen nachliefern, verhandeln: Ein Verkauf kann über Wochen und Monate viel Zeit beanspruchen. Neben Beruf und Familie ist das für viele kaum zu stemmen.
Unsichere Käufer
Nicht jeder Interessent kann den Kaufpreis auch finanzieren. Wer die Finanzierung nicht früh prüft, verliert unter Umständen Wochen mit einem Käufer, der am Ende keine Hypothek erhält.
Emotionen in der Verhandlung
Wer die eigene Immobilie verkauft, ist emotional beteiligt. Kritik an der Küche oder an den Renovationen trifft persönlich, und das schwächt die Verhandlungsposition.
Formelle Fehler
Unvollständige Unterlagen, ungenaue Angaben im Inserat oder unklare Abmachungen bei der Reservation können später zu Streit oder Verzögerungen führen.
Die Vorteile mit einem Makler
- Marktgerechter Preis: Ein erfahrener Makler kennt die aktuellen Preise in Ihrer Region und legt eine durchdachte Preisstrategie fest.
- Grössere Reichweite: Professionelle Inserate, ein bestehendes Netzwerk und vorgemerkte Kaufinteressenten.
- Geprüfte Käufer: Besichtigungen nur mit ernsthaften Interessenten, deren Finanzierung geprüft ist.
- Verhandlung mit Distanz: Der Makler verhandelt sachlich in Ihrem Interesse.
- Zeitersparnis und Sicherheit: Von der Dokumentation bis zum Notartermin läuft alles koordiniert.
Der Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Privatverkauf | Mit Makler |
|---|---|---|
| Kosten | keine Provision, aber Inseratekosten | Provision, meist 2 bis 3 % |
| Zeitaufwand | hoch | gering |
| Preisfindung | auf eigenes Risiko | auf Basis von Marktkenntnis |
| Reichweite | eigene Inserate | Inserate plus Netzwerk |
| Käuferprüfung | selbst | durch den Makler |
| Verhandlung | emotional, ohne Erfahrung | sachlich, mit Erfahrung |
| Abwicklung bis zum Notar | selbst koordinieren | wird koordiniert |
Rechnet sich die Provision?
Eine einfache Überlegung hilft: Erzielt ein Makler einen um 2 bis 3 Prozent höheren Preis oder verhindert er eine spätere Preissenkung, hat sich die Provision bereits bezahlt gemacht. Dazu kommen die gesparte Zeit und die geringeren Risiken. Wie hoch die Provision in der Schweiz üblicherweise ist und worauf Sie beim Maklervertrag achten sollten, lesen Sie in unserem Artikel Was kostet ein Immobilienmakler in der Schweiz?.
Wann ein Privatverkauf sinnvoll sein kann
- Sie haben bereits einen Käufer, zum Beispiel aus der Familie oder der Nachbarschaft.
- Sie haben Zeit, Erfahrung mit Immobilien und kennen die Marktpreise gut.
- Ihre Immobilie ist an sehr gefragter Lage und verkauft sich praktisch von selbst.
Auch dann lohnt es sich, den Preis professionell einschätzen zu lassen. Wie eine solche Bewertung funktioniert, erfahren Sie in unserem Artikel Wie viel ist meine Immobilie wert?.
Fazit
Ein Privatverkauf spart die Provision, verlangt aber viel Zeit, Marktkenntnis und Verhandlungsgeschick. Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, fährt mit einem guten Makler meist besser, finanziell wie nervlich. Wie ein Verkauf mit allen Schritten abläuft, zeigt unser Ratgeber Hausverkauf in der Schweiz: Der Ablauf in 10 Schritten.
Sie sind unsicher, welcher Weg für Sie der richtige ist? Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir Ihre Situation ganz unverbindlich. Mehr über unseren Service lesen Sie unter Immobilie verkaufen.